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GAW Newsletter März 2021 Die GAW feiert 2021 ihr 30-jähriges Jubiläum!

Die erste österreichische „Anwältin für Gleichbehandlungsfragen“ nahm 1991 ihre Arbeit auf. Viel ist in den letzten 30 Jahren passiert und die Gleichbehandlungsanwaltschaft hat eine große Entwicklung durchgemacht: Heute beraten wir zu 6 Diskriminierungsmerkmalen – und sind auch auf der lokalen Ebene in 4 Regionalbüros vor Ort für Betroffene da. Auch das Regionalbüro Kärnten feiert heuer übrigens einen runden Geburtstag. Alles Gute zum 20er!

Sexuelle Belästigung – ein hartnäckiges Problem

Die wesentlichen Themen aus den Anfangsjahren gibt es immer noch: Anfragen zu Geschlechterdiskriminierung sind bis heute am stärksten vertreten. Anlässlich des 110. internationalen Frauentags am 8. März 2021 machen wir in diesem Zusammenhang auf das Thema Vereinbarkeit von Job und Familie aufmerksam: Bei der diesjährigen Online-Veranstaltung der Stadt Wien führen wir ein Gespräch über unser aktuelles parents@work-Projekt. Auch in unserem Fall des Monats März geht es um Diskriminierung in der Arbeitswelt rund um das Thema Schwangerschaft. Nach wie vor ist auch sexuelle Belästigung eine der häufigsten Diskriminierungen, mit der sich Personen an uns wenden. Das hat sich auch in der Corona-Krise nicht verändert, wie wir in unseren aktuellen Blogs zum Thema berichten.

Fokus antimuslimischer Rassismus

Rassismus rangiert auf Platz zwei der häufigsten Anfragegründe. Den internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März 2021 werden wir zum Anlass nehmen, unseren neuen Antirassismus-Folder – den Sie schon heute in vielen Sprachen auf unserer Webseite finden – an unsere wichtigsten Stakeholder_innen zu versenden. In unserer aktuellen Stellungnahme zum Antiterrorpaket weisen wir darauf hin, dass besonderes Augenmerk darauf gelegt werden muss, Muslime nicht zu stigmatisieren. Das internationale Netzwerk der Gleichbehandlungsstellen, Equinet, nimmt in Kooperation mit der Europäischen Kommission, den Gleichbehandlungsstellen und der Zivilgesellschaft die Bekämpfung von Rassismus – und im Speziellen von antimuslimischem Rassismus in den Fokus. Mehr dazu finden Sie im Blog zum Thema. Auf regionaler Ebene bietet unser Büro in der Steiermark am 25. März 2021 einen Online-Workshop zu antimuslimischem Rassismus an.

Diese und mehr Beiträge rund um die Diskriminierungsmerkmale, die uns in der Praxis am häufigsten beschäftigen, finden Sie in diesem Newsletter. 30 Jahre GAW und 20 Jahre Regionalbüro Kärnten werden wir noch gebührend feiern: Bleiben Sie dran und lassen Sie sich überraschen!

Wir freuen uns, wenn Sie unseren Newsletter auch an andere interessierte Personen weiterleiten und wünschen angeregte Lektüre!

Aktuelle Publikationen

Stellungnahme zum Anti-Terror-Paket

Bei politischen Maßnahmen muss besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, den Islam und Muslim:innen in der Öffentlichkeit nicht mit „politischem Islam“, Islamismus und Islamist:innen in Verbindung zu bringen. Denn Recht kann zwar einerseits vulnerable Gruppen schützen, es kann aber auch stigmatisieren und Vorurteile befördern. Die GAW bezieht Stellung zum aktuellen Anti-Terror-Gesetzespaket.

Zur Stellungnahme zum Anti-Terror-Paket

Stellungnahme zur Änderung des Universitätsgesetzes 2002 und des Hochschulgesetzes 2005

Die GAW kritisiert, dass durch die Novelle der Handlungsspielraum der universitären Arbeitskreise für Gleichbehandlungsfragen (AKG) eingeschränkt zu werden droht. Sie sieht Transparenz und Objektivität von Auswahlverfahren an Universitäten gefährdet. Betreffend die Mindeststudienleistung hat sie Bedenken – und sieht sie als problematisch für Studierende mit Betreuungspflichten.

Zur Stellungnahme zur Änderung des Universitätsgesetzes 2002 und des Hochschulgesetzes 2005

Gemeinsam gegen Rassismus! Für deine Rechte!

Rassismus spaltet unsere Gesellschaft und schadet damit uns allen. Wie man dagegen aktiv werden kann und wo die Gleichbehandlungsanwaltschaft unterstützt, erfahren Betroffene in unserem neuen Infofolder in 7 verschiedenen Sprachen. Stakeholder:innen stellen wir ihn gerne auch in der Druckversion zur Verfügung.

Zum Infomaterial der GAW

Veranstaltungen

Algorithmen & Antimuslimischer Rassismus: Workshops des Regionalbüros Steiermark

Die Online-Workshops werden von externen Expert:innen aus Universität und NGOs in Kooperation mit den Gleichbehandlungsanwältinnen gehalten und drehen sich um die Frage: „Wie können wir die Bekämpfung von diskriminierenden Vorfällen optimieren und Chancengleichheit fördern?“ Um Diskriminierung im Zusammenhang mit Algorithmen und künstliche Intelligenz geht es am 18. März 2021. Antimuslimischer Rassismus steht am 25. März 2021 im Fokus.

Zur Workshop-Information und Anmeldung

„Vereinbarkeitstalk“ beim Online-Frauentag der Stadt Wien.

Zum Weltfrauentag stellen wir die bisherigen Ergebnisse aus dem EU-Projekt „parents@work“ vor, bei dem wir als Kooperationspartner beteiligt sind. „Parents@work“ basiert auf Befragungen von Eltern und Arbeitgeber:innen rund um das Thema Vereinbarkeit von Job und Familie.

Aktuelle Blogposts

Sexuelle Belästigung auch in der der Corona-Pandemie

Ist sexuelle Belästigung in Zeiten von Lockdowns, angeordnetem Home-Office und verkleinerten Teams bei der Beratung der GAW überhaupt ein Thema?

Zum Blogpost „Sexuelle Belästigung auch in der Corona-Pandemie“

Abhilfe bei sexueller Belästigung – eine Frage der Unternehmenskultur

Wie reagieren Vorgesetzte und Führungskräfte richtig, wenn Arbeitnehmer:innen ihnen berichten, dass sie sexuell belästigt wurden? Dieses Thema stellt sich mit Home Office, geteilten Teams usw. umso herausfordernder dar.

Zum Blogpost „Abhilfe bei sexueller Belästigung – eine Frage der Unternehmenskultur“

Antimuslimischer Rassismus – ein gesamteuropäisches Problem

Während österreichische Stakeholder:innen einen Anstieg gemeldeter Vorfälle verzeichnen, ist der Schutz auf EU- und auch auf österreichischer Ebene nach wie vor lückenhaft. Ein Problemaufriss – und Plädoyer für Kooperation und das „Dranbleiben“ am Kampf gegen Rassismus.

Fälle des Monats

Weißer Kellner gesucht: GAW erreicht Schadenersatz und Entschuldigung.

Ticketkontrolle auf Grund der Hautfarbe – Was gleicht eine Diskriminierung aus?

Job oder Liebe. Geschlechterdiskriminierung wegen Beziehung zum Kollegen

Aktuelle Judikatur 

Immaterieller Schadenersatz von € 4000 für sexuelle und geschlechtsbezogene Belästigung

Die Belästigungshandlungen einer zur Vertretung des Arbeitgebers befugten Person ohne formale Organstellung sind diesem zuzurechnen. Unter Berücksichtigung der wiederholten Übergriffe und der Erheblichkeit der Beeinträchtigung ist der Betrag von € 4000 nicht als überhöht anzusehen.

Ungleichbehandlung innerhalb einer Gruppe von behinderten Arbeitnehmer:innen durch Vorenthalt eines Zuschlags durch den Arbeitgeber

Die Verweigerung der Zahlung des Zuschlags an die Arbeitnehmer:innen, die die Bescheinigung ihrer Behinderung bereits vor dem vom Arbeitgeber ausgewählten Datum eingereicht haben, kann eine Diskriminierung darstellen.