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Publikationen im Rahmen von Equinet

Equinet (European Network of Equality Bodies), das europäische Netzwerk der Gleichstellungsstellen, veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Publikationen zu aktuellen Fragen des europäischen Gleichbehandlungsrechts.

Künstliche Intelligenz (KI) und Diskriminierung- Equinet veröffentlicht Studie

Equinet Report: "Regulating for an Equal AI: A New Role for Equality Bodies"

Das europäische Netzwerk der Gleichbehandlungsstellen (Equinet – European Network of Equality Bodies) präsentiert seinen aktuellen Bericht zur ersten Studie zu Vorteilen und Risiken des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) aus Sicht nationaler Gleichbehandlungsstellen. Um sicherzustellen, dass beim Einsatz künstlicher Intelligenz, des maschinellen Lernens und automatisierter Entscheidungsfindung Diskriminierung vermieden und Gleichstellung gefördert wird, braucht es bei der Erarbeitung neuer Strategien und Rechtsvorschriften zu KI eine Einbindung der nationalen Gleichbehandlungsstellen. 

Der Bericht behandelt die Frage, welche Aufgaben die europäischen Gleichbehandlungsstellen dabei übernehmen können, um sicherzustellen, dass durch KI Gleichstellungsfortschritte gemacht und Nichtdiskriminierung nicht behindert wird. Er eruiert, welche diesbezüglichen Kapazitäten Gleichbehandlungsstellen derzeit haben – und wie sie dabei unterstützt werden können, dass diese Kapazitäten verbessert werden. Der Bericht bespricht, wer die relevanten Akteur_innen sind, mit denen Gleichbehandlungsstellen zusammenarbeiten sollten. Er thematisiert weiters die Fragen, ob der aktuelle Diskurs über Ethik in der KI die gesetzlichen Gleichstellungsrechte unterstützt - und wie wirkungsvoll die derzeit bestehenden Regulierungsinstrumente in den Staaten sind.  

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft beteiligte sich am Bericht und wird sich, als einen ihrer strategischen Schwerpunkte, auch künftig den Herausforderungen von künstlicher Intelligenz und damit verbundener neuer Diskriminierungsphänomene widmen. 

Equinet Arbeitspapier zu Standards für Gleichbehandlungsstellen:

Equinet, das europäische Netzwerk der Gleichbehandlungsstellen, hat ein Arbeitspapier zu grundlegenden Mindeststandards für Gleichbehandlungsstellen erarbeitet. Diese Standards sollen sicherstellen, dass das volle Potential einer Gleichbehandlungsstelle ausgeschöpft wird. Die Mindeststandards berücksichtigen das Mandat, die vollständige Unabhängigkeit, die Effektivität und die institutionelle Architektur.

Alles, was faktisch oder vertraglich zum Inhalt der Arbeitstätigkeit gehört (Arbeitszeit, Ausstattung des Arbeitsplatzes, Teilnahme an informellen Informationsquellen wie z.B. Golfspielen mit der Chefin oder dem Chef, etc.) sind sonstige Arbeitsbedingungen. Diskriminierend ist es etwa, wenn männlichen Angestellten eine Schreibkraft zugeteilt wird, weiblichen Angestellten in vergleichbaren Positionen nicht. Oder wenn von Frauen wie selbstverständlich erwartet wird, dass sie Kaffee kochen, Jause holen und ähnliche haushaltsbezogene Arbeiten verrichten. Auch Versetzungen, die mit Nachteilen verbunden sind, können in bestimmten Zusammenhängen eine Diskriminierung sein (z.B. wenn sie nach einer Mutterschutzzeit oder einer Karenzrückkehr erfolgen).